Arzneimittel – Festbeträge

Festbeträge für Arzneimittel sind ein seit langem etabliertes Steuerungsinstrument im deutschen Arzneimittelmarkt. Der Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bestimmt, für welche Gruppen von Arzneimitteln Festbeträge festgesetzt werden. Es wird nach 3 Festbetragsstufen unterschieden, die Arzneimittel mit

  1. denselben Wirkstoffen
  2. pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Wirkstoffen, insbesondere mit chemisch verwandten Stoffen, und
  3. therapeutisch vergleichbarer Wirkung, insbesondere Arzneimittelkombinationen, beinhalten.
 
GKV Umsatz im Jahr 2015 nach den Festbetragsstufen I – III (Apothekenverkaufspreis)
(Quelle: NVI – Insight Health)
 
 

Während der G-BA für die Bildung der Festbetragsgruppen verantwortlich ist, werden die konkreten Festbeträge vom GKV-Spitzenverband berechnet. Festbeträge müssen laut Gesetz sowohl wirtschaftlich sein als auch die Qualität der Versorgung sichern. Ein Festbetrag soll den höchsten Abgabepreis des unteren Drittels zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Abgabepreis einer Standardpackung nicht übersteigen. Dabei müssen mindestens 20 % der Verordnungen und der Packungen zum Festbetrag verfügbar sein (§ 35 Abs. 5 SGB V).
Die Festbetragsgruppenbildung folgt den Vorgaben der Verfahrensordnung des G-BA und den dort definierten Algorithmen zur Berechnung von Vergleichsgrößen, sofern die Gruppenbildung dies erfordert. Eine Aufstellung aller Wirkstoffe, für die Festbeträge definiert sind, findet sich auf der homepage des DIMDI.

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